Das Neue Palais von Sanssouci

Am westlichen Ende der Hauptallee des Parks Sanssouci erhebt sich ein gewaltiger Schlossbau, der schon von weitem an seiner hohen Tambour-Kuppel erkennbar ist: Das Neue Palais von Sanssouci.

Das Neue Palais im Park Sanssouci, Fotograf Michael Lüder

Die große Anlage diente erkennbar der Repräsentation, ganz im Gegensatz zu dem intimen und eher bescheidenen Schloss Sanssouci. Im Innern erwarten Besucher*innen prächtige Festsäle, großartige Galerien und fürstlich ausgestattete Appartements sowie im Südflügel das barocke Schlosstheater von Sanssouci. Hier lassen sich erlesene Werke der Kunst und des Kunsthandwerks des 18. Jahrhunderts in ihrem originalen Zusammenhang erleben.
Das Neue Palais ist das letzte Schloss, das sich Friedrich der Große in seinem Park errichten ließ. Es war eine Demonstration des ungebrochenen Leistungsvermögens des preußischen Staates nach den entbehrungsreichen Jahren des Siebenjährigen Krieges 1756–1763.

Wenn in der sommerlichen Festsaison befreundete Herrscher und Familienmitglieder Friedrichs des Großen im Schloss untergebracht waren, bewohnte der König selbst die für ihn errichtete Königswohnung im Südostflügel. Das Appartement zählt aufgrund seiner prachtvollen Ausstattung zu den Höhepunkten friderizianischer Raumkunst.
Das erst vor wenigen Jahren restaurierte Untere Fürstenquartier mit Tressenzimmer, Konzertzimmer und Ovalem Kabinett zeigt eine der kostbarsten Innenausstattungen in Europa. Ebenso konnte auch der Grottensaal nach umfassenden Sanierungsarbeiten wieder in den Rundgang durch das Schloss integriert werden. Das geheimnisvolle Glitzern und Funkeln, mit dem Friedrich der Große seine Besucher beeindrucken wollte, ist nun wieder zu erleben.

Später hat Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser, das Neue Palais mit seiner Familie als bevorzugten Aufenthaltsort genutzt.

Der Marmorsaal im 1. Obergeschoss des Neuen Palais, Fotograf: Wolfgang Pfauder