Gästeschloss Neue Kammern von Sanssouci

König Friedrich der Große fasste 1768 den Entschluss, das 20 Jahre zuvor von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff unmittelbar neben Schloss Sanssouci und der Bildergalerie gelegene Orangeriegebäude in ein Gästeschloss umgestalten zu lassen. Es entstand ein beeindruckendes Spätwerk des friderizianischen Rokoko, das die Besucher mit seiner reichen Innenausstattung bis heute fasziniert.

Park Sanssouci, Parterre Neue Kammern, Fotograf: Andreas Lechtape

In den „Neuen Kammern“ – so wurde das Schloss fortan genannt – erwartet Besucher*innen trotz des schlichten äußeren Erscheinungsbildes eine Abfolge von aufwändig dekorierten Festräumen und Appartements, die von den führenden Künstlern der Zeit Friedrichs des Großen ausgestattet wurden. Ein Höhepunkt in der Raumfolge ist der rechteckige, mit antiken Büsten geschmückte und edlem Jaspis ausgekleidete Jaspissaal im Zentrum des Schlosses. Der Raum wird von einem großen Deckengemälde mit einer Venusdarstellung bekrönt, die den Idealen des 18. Jahrhunderts auf das Schönste entspricht. In der sich anschließenden Ovidgalerie sind auf den kostbar vergoldeten Wandreliefs Szenen aus den Metamorphosen des römischen Dichters Ovids dargestellt – ein Lieblingsthema Friedrichs des Großen.

Höhepunkte unter den luxuriös eingerichteten Gästeappartements sind zwei gänzlich mit intarsiengeschmückten Holzvertäfelungen ausgestattete Räume und das Grüne Lackkabinett. Zahlreiche Gemälde mit Ansichten der Stadt Potsdam aus dem 18. Jahrhundert ergänzen die erlesene Dekorationskunst.

Buffetsaal im Erdgeschoss der Neuen Kammern im Park Sanssouci, Fotograf: Leo Seidel